Minimalistisch leben

Frau in Klamottenhaufen

Immer höher, schneller, weiter und noch viel mehr: Während in der Social-Media-Welt und in der Werbung Statussymbole und der Konsum immer noch im Mittelpunkt des Denkens und Handelns stehen, sehnen sich viele Menschen nach einer Alternative und versuchen sich darin, minimalistisch zu leben. Doch kann jeder diesen Lebensstil so ohne Weiteres umsetzen? Ja, das funktioniert – sogar für Dich! Du musst nur wissen, wie der Anfang gelingen kann.

Die Grundidee des Minimalismus̕

Laut einer aktuellen Statista-Studie zufolge, müsste man für den Ressourcenverbrauch der Menschheit drei Erden veranschlagen. Jedenfalls dann, wenn jeder so viele Ressourcen in Anspruch nähme wie die deutsche Bevölkerung. Die Idee hinter dem Minimalismus möchte dem entgegensteuern. Bei ihm geht es nämlich nicht um den Besitz von unendlich vielen Gegenständen, sondern um eine sorgfältige Auswahl, die durch Qualität und Mehrwert dauerhaft Spaß macht. Also quasi ‚back to the roots‘ hin zu mehr Klarheit und Dankbarkeit für den Luxus, der sich hier tagtäglich erleben lässt. Zusätzlicher Pluspunkt: Durch eine solche Lebensweise werden Ressourcen geschont und die Seele muss sich mit weniger Ballast herumschlagen.

Minimalistisch leben mit weniger Kleidung

5 hilfreiche Tipps für ein minimalistisches Leben

Die gute Nachricht zuerst: Wenngleich sich beim Minimalismus-Konzept einige wesentliche Eckpunkte ausmachen lassen, brauchst Du keine in Stein gemeißelten Regeln zu befolgen. Stattdessen überlegst Du Dir, in welchen Bereichen Du schnell und effektiv anfangen kannst. Der Rest ergibt sich im Laufe der Zeit von selbst. Jedenfalls dann, wenn Du Dein Potenzial auch in anderen Hinsichten weiter ausschöpfen willst.

Du möchtest minimalistisch leben, bist aber noch auf der Suche nach einer Einstiegshilfe? Merke Dir doch die Abkürzung SLOW (Sustainable Local Organic Whole)! Damit kommst Du dem Konzept ziemlich gut auf die Schliche. Gleichzeitig brauchst Du es Dir bei der Umsetzung zumindest anfangs nicht schwerer als notwendig zu machen. Schließlich geht es im Minimalismus nicht darum, Konsum frenetisch abzulehnen. Stattdessen geht es eher um das Was und Wie, das sich in der Konsequenz positiv auf Deine Beziehungen, Deine Gesundheit, Dein Wohlbefinden und Deine Umwelt auswirkt.

1. Minimalistisch leben – Ausmisten als Auftakt

Werfen wir doch mal einen Blick in den Kleiderschrank. Im Durchschnitt befinden sich in ihm knapp 100 Teile pro Person. Aber sei einmal ehrlich zu Dir selbst? Weißt Du so genau, was sich alles in welchem Winkel versteckt? Eben! Ganz abgesehen von der Tatsache, dass rund ein Fünftel der Kleidungsstücke eine Schattenexistenz führt. Das muss nicht sein. Also ist es Zeit für ein cleveres Vorgehen: Das Sortieren mithilfe verschiedener Vergleichspunkte.

  • Welches Kleidungsstück hast Du seit mehr als einem Jahr nicht mehr getragen? Ab auf den Haufen für den Weiterverkauf (wenn es in einem guten Zustand ist) oder auf denjenigen für die Tonne (falls es kaputt ist).
  • Zu groß oder zu klein? Ebenfalls auf den Stapel für den entsprechenden Zustand.
  • Ein Kleidungsstück passt noch und wird von Dir regelmäßig getragen? Willkommen zurück in Deinem Kleiderschrank. Und schwuppdiwupp herrschen wieder ein Überblick und Brauchbarkeit im System.

Zusätzlicher Vorteil: Dieses Vorgehen ist (mit kleinen Abwandlungen) auf andere Räume, Schränke und Habseligkeiten übertragbar. Stellst Du nun fest, dass Du von allem noch genug hast, lohnt es sich, dies erst einmal auf Dich wirken zu lassen. Fehlt nun jedoch etwas Wesentliches, kann eine geschickte (Neu-)Anschaffung das Problem lösen. Dafür existieren zwei Optionen.

2. Ein nachhaltiges Kaufverhalten anstreben

Du möchtest einen Gegenstand wirklich neu kaufen? Dieser Wunsch ist definitiv keine Schande. Minimalistisch wertvoll wird er dann, wenn Du Wert auf hohe Qualität, Langlebigkeit und vielseitige Einsatzmöglichkeiten legst. Klar kann es auch schon einmal passieren, dass Dir ein vermeintliches Superschnäppchen ins Auge sticht. Nur: Wenn die gerade genannten Aspekte nicht stimmen, wirst Du daran nicht lange Freude haben. Oder Du kaufst mehr als Du brauchst und ärgerst Dich dann doch wieder über den ganzen Kram. Umgehungs- und Lösungsvorschlag: Sich den Wunsch und ein konkretes Produkt plus Alternativ-Vorschläge notieren. Besteht der Kaufbedarf nach einem Monat immer noch, greifst Du zu. Ansonsten war es wohl doch nicht so notwendig. Beziehungsweise die Lösung lag nicht im Kauf, sondern im Tauschen, Leihen oder Reparieren!

3. Gekauftes und Erworbenes schätzen und bewahren

Selbstverständlich ist es sinnvoll, manche Gegenstände zum eigenen Besitz zu zählen, damit sie spontan benutzbar sind. Und manches ist auch so intim, dass Du es nicht an andere Menschen verleihen oder von ihnen borgen möchtest. Aber bei einigen Dingen wie

  • manchen Outfit-Bestandteilen,
  • Werk- und Spielzeug,
  • Büchern,
  • technischem Zubehör (Bohrmaschinen, Rasenmäher und Co.) oder
  • Fahrzeugen (wie Fahr- und Lastenrädern oder Autos)

spricht absolut nichts dagegen, sie sich mit der Nachbarschaft zu teilen. Das Gute dabei: Diese Idee hat sich bereits herumgesprochen und viele Leute organisieren sich dabei bereits über Aushänge und/oder Apps. Das schont das Portemonnaie und die Umwelt.

Apropos ressourcenschonend: Weniger ist auch beim Wegwerfen mehr. Also ’ran ans Recycling, Upcycling oder Reparieren von Gegenständen und technischen Geräten! Schließlich muss nicht immer alles weggeworfen und aufwendig entsorgt werden. Es kann einen ganz neuen Zweck erfüllen oder erneut mit den alten Fähigkeiten glänzen, nachdem es von einer kompetenten Person instandgesetzt worden ist. Gute Ansprechpartner dafür sind beispielsweise Repair-Cafés …

4. Unnötiges über Bord werfen

Minimalismus braucht sich nicht ausschließlich auf Gegenstände zu beziehen. Mit seiner Hilfe gestaltest Du auch Dein berufliches Leben und Deine sozialen Kontakte effektiver und angenehmer.

Beispielsweise, indem Du Dir überlegst, welches Hobby Du lediglich aus schnöder Pflichterfüllung ausübst und was Dich in Deiner Freizeit wirklich begeistern würde. Wen triffst Du wirklich gerne und wen willst Du gar nicht permanent um Dich herumhaben?

Sicherlich gestaltet sich dies auf der Arbeit und/oder in der Familie etwas komplizierter. Doch selbst in beruflichen Belangen gibt es oftmals die Chance, an eine Stelle zu wechseln, an der Du mit Deinen Kompetenzen und Deiner Begeisterungsfähigkeit besonders glänzen kannst. Ideal, wenn sich in einem Team dabei diverse Personen aus unterschiedlichen Richtungen ergänzen. Zum Erreichen bestimmter Ziele bietet es sich anschließend an, diese klar definiert zu notieren. Sollte irgendwann einmal der Mob toben oder Du Dich aus einem anderen Grund fragen, warum Du eigentlich tust, was Du tust … Dein Notizblock hilft Dir auf die Sprünge und bringt Dich wieder auf Kurs.

5. Minimalistisch leben – auch in kulinarischer Hinsicht

Nachhaltigkeit hört nicht beim Essen auf. Im Gegenteil: Was Obst, Gemüse und Co. betrifft, kannst Du mit einem ausgeprägten Bewusstsein viel erreichen. Gesund, regional, saisonal und biologisch wertvoll sind hierbei wichtige Begriffe. Das Beste daran: Selbst ausgesuchte und mit tollen Zutaten eigenhändig gekochte Gerichte machen nicht nur bei der Zubereitung Spaß. Ihre Aromen und Texturen sind sogar oft noch deutlich besser als die vom ‚Fertigfutter‘. Und wenn Du erst einmal auf den Geschmack gekommen bist, willst Du nie wieder dahin zurück.

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