Hilfe! Mein:e Partner:in mag meine Freund:innen nicht.

Wenn der/die Partner:in die Freund:innen nicht mag

Eine ideale Beziehung stellen sich viele Menschen in etwa so vor: Man teilt die gleichen Hobbys, den gleichen Musik- und Filmgeschmack und hat idealerweise einen identischen Freundeskreis. Doch was passiert, wenn im letzten Punkt Uneinigkeit herrscht und sich Dein:e Partner:in und Dein:e Freund:innen nicht so sehr mögen, wie Du Dir das vielleicht wünschst? Dann sind Fingerspitzengefühl, Ursachenforschung und Akzeptanz gefragt!

Komische Freund:innen? Daran könnte es liegen

Die Gründe dafür, dass Dein:e Partner:in einige oder sogar alle Deine Freund:innen ablehnt, können vielfältig sein. Oftmals lassen sie sich aber in einem der drei folgenden Bereiche finden.

  • Dein:e Partner:in hat eventuell Angst davor, selbst nicht zu genügen. Das passiert beispielsweise dann, wenn Du Dich in einem Umfeld bewegst, in dem alle besonders musikalisch, sportlich, handwerklich begabt oder anderweitig ‚expert:innenmäßig‘ unterwegs sind. Manchmal reicht eine unbedachte, aber sicherlich nicht böse gemeinte, flapsige Bemerkung aus und schon ist der erste Eindruck eher negativ behaftet.
  • Vielleicht ist Dein:e Partner:in mehr oder weniger offensichtlich eifersüchtig und denkt, dass jemand aus Deinem Freundeskreis ein Auge auf Dich geworfen hat oder dass Euch Eure Liebe nicht vollumfänglich gegönnt wird? Das kann tatsächlich zutreffen. Es kann aber auch auf einer falschen Wahrnehmung beruhen. Auch der Faktor Zeit, also wer wieviel Zeit mit wem verbringt, kann zu Unmut bei Freund:innen oder in der Beziehung führen.
  • Geht es in Deinem Freundeskreis eher ruhig und gemütlich zu, Dein:e Partner:in ist aber eine echte und recht lautstarke Rampensau? Oder haben alle Kind, Haus und Kegel, doch das ist nicht der Lebensentwurf Deines Partners beziehungsweise Deiner Partnerin? Dann treffen hier womöglich völlig unterschiedliche Werte und Lebensvorstellungen aufeinander. Alle genannten Fälle können natürlich auch umgekehrt auftreten, ganz klar.

Unabhängig davon, was letztlich der ganz konkrete Auslöser ist: Nichts wird dadurch besser, dass diese Antipathie heimlich, still und leise in sich hineingefressen wird. Denn meistens ändert das nichts an der belastenden Situation. Um diese zu verbessern, braucht es viel eher Klarheit, Offenheit und einen Schritt aufeinander zu. Daher stellen wir jetzt einige Überlegungen an, wie Du diesen Aspekten ein wenig näherkommst.

Der/die neue Partner:in lernt den eigenen Freundeskreis kennen

Müssen sich Freund:innen und Partner:in mögen?

Ohne Frage ist es toll, wenn der/die Partner:in und die Freund:innen ein harmonisches Team abgeben oder sich zumindest wohlwollend gegenüberstehen. Doch eine Pflicht, sich gegenseitig zu mögen, existiert natürlich nicht. Eine gewisse Akzeptanz sollte aber auf jeden Fall da sein. Schließlich respektierst Du die Freund:innen Deines Schatzes doch auch, oder?

Davon abgesehen bietet es sich an, die Gründe für die unterkühlte Stimmung in Erfahrung zu bringen. Am besten geschieht das zunächst in Einzelgesprächen. Möglicherweise stellt sich bereits an dieser Stelle heraus, dass das Problem doch nicht so schwerwiegend ist. Dabei ist es hilfreich, wenn Du Dir mal in einer ruhigen Minute erklären lässt, wer was warum wie sieht. Das Gefühl, gehört zu werden, kann bereits den ersten Druck aus dem Kessel nehmen.

Und wer weiß, eventuell glätten sich die Wogen dadurch ja bereits? Es kann immer passieren, dass keine große Freundschaft daraus wird. Auch kein Drama! Sofern niemand die Freundschaft beziehungsweise Beziehung ernsthaft torpediert und Du Dich frei und unbefangen in beiden Kreisen bewegen kannst.

Etwas anders sieht es aus, wenn aus der Partnerschaft oder dem Freundeskreis der begründete (!) Verdacht kommt, dass eine Seite bewusste Signale von Missgunst oder Ablehnung aussendet. In einem solchen Fall führt kein Weg an einem klärenden Gespräch vorbei. Bei Bedarf auch zusammen mit einem Mediator:innen-Team als Unterstützung. Schließlich soll es nicht darum gehen, miteinander verbundene Menschen gegeneinander auszuspielen, sondern ein gesundes (!) Auge darauf zu haben, dass es allen unter dem Strich gut geht.

So oder so sind in einer solchen Situation ein aufrichtiges Zuhören und sachliche Argumente gefragt. Außerdem kann das Einnehmen einer anderen Perspektive zusätzlich für hilfreiche Erkenntnisse sorgen. Welche Konstellation sich dann im Weiteren daraus ergibt, musst Du natürlich je nach Einzelfall entscheiden.

Tipps für mehr Sympathie zwischen Partner:in und Freund:innen

Sobald klar ist, dass gewisse Antipathien bestehen, musst Du Dir nun überlegen, wie Du mit der Situation umgehen möchtest.

Gegebenenfalls bietet es sich an, dass sich Dein:e Partner:in und Deine Freund:innen zunächst etwas besser kennenlernen. Nicht immer ist der erste Eindruck in einer einzigen und möglicherweise speziellen Situation auch der richtige. Schließlich sind Menschen unter stressigen Bedingungen ganz anders als in einem tiefenentspannten Zustand. Denk bitte auch daran, dass jeder Mensch viele Facetten hat und folglich nicht nur negative Eigenschaften besitzt.

Gib beiden Seiten zu verstehen, dass es Dir sehr wichtig ist, dass sich jeder Mühe gibt, etwas Gutes an dem anderen zu finden. Natürlich passiert das nicht von heute auf morgen. Also gib dem Ganzen etwas Zeit. Je mehr Zeit man mit Menschen verbringt, umso besser stehen die Chancen, diese zu mögen und zu schätzen.

Hat sich bei Euren bisherigen Treffen immer ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht ergeben? Dann ist es vielleicht einen Versuch wert, beim nächsten Mal Eure beiden Freundeskreise miteinander zu verbinden. Dann bringt Dein:e Partner:in beispielsweise einfach zwei ihrer/seiner Freund:innen mit. Schon steigert sich womöglich das Wohlbefinden und alle kommen einfacher ins Gespräch.

Bringt auch das keine zusätzlichen Sympathiepunkte, könnte einer der nächsten Schritte sein, dass Ihr Euch gegenseitig mehr Freiraum gewährt. So könntet Ihr Euch unabhängig voneinander mit Euren Freund:innen treffen. Clever und zeitsparend, wenn in diesem Zeitraum das Ausleben von individuellen Hobbys mehr oder weniger passgenau hineinfällt. Oder es gibt einen etwas umfangreicheren Kompromiss. Die gemeinsamen Aktivitäten sind dann jene, die Dein Schatz und Deine Freund:innen ganz in Ordnung finden. Diese könnt Ihr dann gemeinsam als Gruppe ausüben.

Schließlich tut es einer Beziehung häufig ganz gut, wenn jeder etwas Zeit für sich und seine (freundschaftlichen) Bedürfnisse hat. Wird das, was in diesen Momenten passiert, auch respektiert, umso besser! Dann trägt es zu noch mehr Verbundenheit und Harmonie in der Beziehung bei.

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